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Die vier Mittel der Befreiung – Sadhana Chatushthaya

Sankara fährt dann fort. „Wenn man zu einem Lehrer geht, braucht man vier Eigenschaften, Viveka, Vairagya, Mumukshutva und Shatsampat.“ Also, man sollte schon eine gewisse Viveka haben. Die Viveka führt letztlich zur höchsten Befreiung, aber schon Viveka am Anfang ist wichtig. Schon am Anfang sollte man sich einer gewissen Sache bewusst werden, eben „Ich bin nicht dieser Körper. Ich werde nicht glücklich sein durch die eine oder andere Wunscherfüllung. Und diese Welt, so wie sie sich mir darstellt, kann nicht wirklich wirklich sein.“ Das ist schon etwas, was man als Schüler vom Jnana Yoga schon von Anfang an irgendwo mindestens angedeutet haben sollte. Als zweites, Vairagya. Viveka, kann man sagen, ist mehr intellektuell und vernunftmäßig und Vairagya ist herzensmäßig. Vom Inneren heraus fühlen, „Wunscherfüllung allein und ein materiell gelebtes Leben oder das so genannte normale Leben, macht mich nicht dauerhaft glücklich.“ Das ist ein essentielles Wissen, „Auch wenn jetzt der Weihnachtsmann kommen würde und mir alle Wünsche erfüllen würde oder wenn jetzt eine Fee kommen würde und sagen würde, du hast drei Wünsche frei, wir wissen, äußere Wünsche machen mich nicht glücklich.“, Vairagya. Dritte, Shatsampat, die edlen Tugenden der Gleichmut. Wir sind sie alle durchgegangen, von einem praktischen Standpunkt aus, wie auch von dem höheren Standpunkt aus, den Sankara dort entwickelt. Letztlich auch aus der Überzeugung, dass nichts Äußeres einen glücklich macht, kommt auch eine gewisse Shatsampat, dann kann man auch gleichmütig sein gegenüber all diesem Äußeren. Wobei es die Gleichmut 1. Grades und 2. Grades gibt. Die erste ist, die Emotionen werden einen gar nicht erst unruhig machen und das zweite ist, man weiß, „Ich bin nicht die Emotionen und ich behalte die höhere Gleichmut, selbst wenn ich zwischendurch explodiere.“ Schließlich Mumukshutva, darüber habe ich gesprochen. Er erwähnt Mumukshutva immer wieder. Wenn wir uns so ausgestattet haben mit diesen vier Eigenschaften, dann gilt es, gerade die Viveka immer weiter zu entwickeln und uns immer wieder bewusst zu machen, „Ich bin nicht der Körper. Ich bin nicht die Wünsche. Ich bin nicht die Psyche. Ich bin nicht das Prana. Ich bin nicht die Emotionen. Ich bin nicht die Persönlichkeit. Sondern meine wahre Natur ist Brahman.“
So kommen wir über Viveka zu den vier Mahavakyas: Tat Tam Asi. – Das bist du. Das, das wir nicht beschreiben können. Ahambrahmasmi. – Ich bin Brahman. Ayam Atma Brahman. – Dieses Selbst ist Brahman. Und Prajnanam Brahman. Was ist Brahman? Brahman ist Bewusstsein. Dieses Bewusstsein kann man auch nennen, Satchidananda, Sein, Wissen und Glückseligkeit.
Aus dieser Bewusstheit heraus kann man dann leben. Es gilt, das auch in den Alltag umzusetzen und ich kann euch da durchaus empfehlen, noch mal das Kapitel „Vedanta“ aus Swami Sivanandas Buch „Göttliche Erkenntnis“ durchzulesen, da beschreibt er das auch noch mal sehr ausführlich von einem praktischen Standpunkt aus, wo er klar sagt, Vedanta darf nicht nur einfach intellektuelle Gymnastik sein. Es darf nicht Ligual Diarrhoea sein, also Sprechdurchfall, sondern aus dieser Vedanta kommen auch praktische Konsequenzen. Es gilt, es umzusetzen im Alltag und diese Umsetzung, die steht jetzt für euch wieder bevor. Zu arbeiten an Viveka, Vairagya, Shatsampat, Mumukshutva. Uneigennützig dienen im Sinne von, das Selbst aller Wesen ist gleich, inmitten aller Veränderungen des Lebens, das eine kosmische Selbst zu erfahren, sein Karma abzuarbeiten, damit wir letztlich auch auf beschränkte Weise unsere Mission im Leben erfüllen. Wenn wir nicht immer uns der höchsten Wirklichkeit bewusst sein können, dann gilt es, sie zu verehren. Das ist das, was Krishna ja in der Bhagavad Gita in jedem Kapitel macht, wo er über Jnana Yoga schreibt oder spricht. Jedes Mal, wenn Krishna über Jnana Yoga spricht, sagt er zum Schluss, „Und wenn es dir nicht gelingt, dir ständig deines Selbst bewusst zu sein, dann verehre Gott. Und wenn du nicht immer die eine Seele hinter allem wahrnehmen, erkennen, fühlen kannst, dann verehre sie halt. Und wenn du all das nicht so ganz kapierst, dann habe einfach Vertrauen und verehre es.“ Und so gilt es, diese verschiedenen Standpunkte zu integrieren. Und ich bin immer wieder darauf eingegangen, auf diese Sätze von Hanuman. Als Rama ihn gefragt hatte, „Wer bist du?“, hat Hanuman geantwortet, „Auf der physischen Ebene bin ich Dein Diener. Auf einer geistigen Ebene bin ich ein Teil von Dir. Auf der höchsten Ebene bin ich Du.“ Der Mensch ist äußerst komplex und so gilt es, auf all diesen Ebenen zu wirken. Wenn wir nur eine dieser Ebenen berücksichtigen, ist es letztlich unvollständig. Und gerade für jemanden, der im aktiven Leben steht, gilt es aus allen drei Ebenen heraus zu handeln. Angenommen, ihr wärt Wandermönch, dann könntet ihr vielleicht nur aus dem dritten heraus handeln. Aber vom Karmischen her ist das, glaube ich, keiner von euch und die meisten von euch, vermutlich alle, sind irgendwo auch im Alltag beschäftigt und so gilt es, die Handlungen Gott zu widmen, sich als Gottes Diener zu empfinden, als Diener die Dinge tun, so gut, wie man kann, auch seine Fähigkeiten zu entwickeln. Auf einer anderen Ebene zu erkennen, „Ich bin Teil Gottes. Alles, was ich tue, ist letztlich Teil des kosmischen Ganzen. Gott möge durch mich hindurch wirken.“ Auf der höchsten Ebene sind wir eins. Auf die wir uns immer wieder zurückbesinnen können, sowohl in der Meditation, als auch zwischendurch im Alltag, woraus dann eine heitere Einstellung zum Leben geschieht.

Die Drei Schätze des Menschen

Sankaracharya beginnt ganz am Anfang zu sagen, „Manushyatam Mumukshutvam Mahapurusha Samshrayaha.“ Drei Dinge sind wertvoll auf dieser Welt, drei große Schätze. Das erste ist Manushyatam, ein menschenwürdiges Dasein. Was zuerst mal beinhaltet, einen menschlichen Körper zu haben. Zweitens, dass man das hat, was man zum physischen Überleben braucht, also was zu essen, Dach über dem Kopf und nicht eine Angst, dass man am gleichen Tag marodierenden Banden zum Opfer fällt. Und das ist der erste der großen Schätze, die wir als Mensch haben in diesen Breiten, wo wir geboren sind. Das zweite ist Mumukshutvam, der intensive Wunsch nach Befreiung. Dieser Wunsch nach Befreiung ist bewusst oder unbewusst in jedem Menschen angelegt. Bei manchen ist er stärker, bei manchen ist er schwächer. Und bei denen, bei denen dieser Wunsch besonders stark angelegt ist, ist es manchmal auch nicht nur angenehm, denn sie sind anders als Otto Normalverbraucher oder als Ottonin Normalverbraucherin oder Ottilie Normalverbraucherin. Sehr viele Menschen haben Manushyatam. Mumukshutvam haben viele nicht. Und wenn sie es haben und man nicht weiß, wohin das führen kann, dann ist man auch nicht unbedingt glücklich, wenn man nicht wertschätzt, „Ja, das ist etwas Wertvolles.“ Mumukshutvam, der intensive Wunsch, die Wahrheit zu erfahren. Nicht zufrieden sein mit dem Relativen, was die Welt uns so anbietet. Zu Mumukshutvam gehört auch dazu, intensive Sehnsucht nach Gott, intensive Sehnsucht nach Wahrheit. Und das dritte wichtige ist Mahapurusha Samshrayaha, also die liebevolle Fürsorge durch einen selbstverwirklichten Meister, was heißen kann, eine Tradition zu finden, in der ein großer Meister – auch wenn er nicht mehr im physischen Körper ist – einen weiter leitet, wo man Praktiken hat, die man üben kann, Lehren hat, denen man folgen kann und vielleicht auch – wenn auch nicht ganz selbstverwirklichte Meister – Menschen hat, die einem auch praktisch die Dinge beibringen können. Das sind die drei wertvollsten Schätze im Universum. Wertvoller als jeder Lotteriegewinn. Wertvoller als das beste Auto. Sogar wertvoller als das schönste Haus und die tollste, was auch immer sonst. Das gilt es, sich dessen bewusst zu sein und immer wieder auch bewusst zu sein, danach gilt es zu streben und das gilt es zu nutzen.

Karma Yoga und Vedanta

Ein nächster wichtiger Yogaweg ist Karmayoga. Und in seinem Kapitel „Vedanta“ aus dem Buch „Göttliche Erkenntnis“ betont Swami Sivananda den Karmayogaaspekt sogar am allermeisten vom Vedanta und da sagt er auch, „Ich glaube an praktischen Vedanta. Wenn man nur Texte liest und zitiert und Vorträge hält, das ist nur intellektuelle Gymnastik oder Lingual Diarrhoea, Sprechdurchfall.“ Dann sagt er auch, „Zu viele Worte, die steigen dir zu Kopf.“ Müsst ihr natürlich wissen, das ist so eine indische Tradition, wo Vedantalehrer sind, die müssen gute Vorträge geben können, die werden dann in hoher Ehrerbietung gehalten, aber wehe nachher, das Essen hat nicht die richtige Temperatur. Also, Karmayoga heißt dann hier, handeln daraus, liebe deinen Nächsten wie dich selbst, liebe deinen Nächsten als dein Selbst. Und diene anderen, weil es hilft, das individuelle Bewusstsein zu überwinden. Und indem wir anderen dienen, ist das dann auch nicht arrogant, wo wir sagen, „Ah, ich großartiger Mensch, ich diene dir kleinem Hilfsbedürftigen.“, sondern im Gegenteil ist es so, wir danken dem anderen für die Gelegenheit, ihnen zu dienen, denn, indem wir anderen dienen, weiten wir unser Bewusstsein aus. Eine der einfachsten Weisen, sich mit anderen verbunden zu fühlen, ist, ihnen zu dienen, anderen zu helfen. Und wer wirklich sein Leben dem Dienst anderer geweiht hat, hat das sicher schon gespürt diese Verbundenheit. Gut, manchmal fühlt man sich dann vielleicht auch ausgenutzt und manchmal fühlt man Undankbarkeit oder manchmal fühlt man die Ohnmacht, so viel Leid in dieser Welt, so wenig, was man tun kann. Aber gerade dann braucht man auch wieder Vedanta. Indem man erkennt, auch das Leiden der Welt dient einem Zweck, nämlich dem Zweck aufzuwachen, Erfahrungen zu machen, zu wachsen und wir können dort nur demütig sein, wir können das Leid mildern, was wir mildern können, wir können auch nur Diener sein in den Händen Gottes und wir können auch wissen, auch wenn jemand offensichtlich leidet, tief im Hintergrund bleibt er immer Satchidananda. Auch im größten Leiden bleibt Satchidananda. Das ist ein bisschen komplex, aber Vedanta und Karma Yoga gehören irgendwie zusammen. Karma Yoga bedarf entweder Jnana Yoga oder Bhakti Yoga. Karma Yoga allein lässt einen verzweifeln, sowohl vor der Unendlichkeit des Leidens, vor der Ohnmacht, das ausreichend zu ändern, wie auch der Undankbarkeit der Welt. Das können wir entweder als Diener tun oder wir können es aus dem Jnana Yoga heraus machen und so können wir wirklich dienen. Und Dienen heißt dann natürlich auch, wir müssen auch mal Rollen spielen. Z.B. eine Mutter muss auch mal das Kind schimpfen, muss auch mal so tun, als ob sie ärgerlich ist. Auch ein spiritueller Lehrer muss auch mal streng mit seinen Schülern sein. Je nach Temperament ist das vielleicht stärker, ist es vielleicht schwächer. Swami Vishnu-devananda und Swami Krishnananda haben vielleicht ihre Lektionen an ihren Schülern etwas burschikoser gesagt. Ein Swami Chidananda war da vielleicht etwas subtiler, aber Lektionen waren da. Auch ein Swami Sivananda konnte Menschen gegenüber auch streng sein. Er hat auch Menschen aus dem Ashram verwiesen, hat sie nach Hause geschickt, hat sie versetzt, hat ihnen gesagt, „So geht es nicht.“, hat irgendwo gesagt, „Du praktizierst wie ein Egoist, tu mal was Nützliches.“, also, all das hat er auch gesagt. Aber er hat es gesagt, während er mit ihnen gefühlt hat und gewusst hat, „Wir sind alle eins. Jetzt ist aber das Karmaspiel Lehrer-Schüler. Dort habe ich als Lehrer bestimmte Aufgaben und ich muss dort meinem Schüler bestimmte Lektionen dort sagen.“

Bhakti Yoga und Vedanta

Bhakti Yoga. Ein Yogaweg, den Sankara ja an verschiedenen Stellen des Viveka-Chudamani lobt. Letztlich auch der Krishna. Diejenigen, die sich mit der Bhagavad Gita beschäftigt haben, fast immer, wenn Krishna über Jnana Yoga schreibt oder spricht, kommt am Ende des Kapitels vorübergehend dann wieder ein Bhakti Vers. Wo er dann spricht über Brahman und das Ewige und das Unendliche und das Absolute und dann sagt er noch, „Und wer dieses Brahman erkennt, der wird befreit vom Kreislauf von Geburt und Tod, der ist erlöst.“ Und danach sagt er, „Und wer Brahman einfach verehrt und an Brahman glaubt und aus diesem Glauben heraus lebt, der erreicht die Verwirklichung auch.“ Also, wir können diese höhere Wahrheit auch verwirklichen, indem wir sie verehren. Letztlich heißt es auch, das, was wir verehren, mit dem verschmelzen wir irgendwann. Und für viele ist es leichter, Brahman zu verehren, als über die Einheit von Brahman nachzudenken. Und gerade im Alltag ist das dann oft leichter. Wir sind auch ausreichend komplex, dass man zum einen sagen kann, „Ahambrahmasmi“, dann können wir sagen, „Die Ganze Welt ist Manifestation Brahmans und hinter der ganzen Welt ist Ishwara und Ishwara will ich verehren.“ Ishwara ist dann der Träumer und die Gesetze im Universum und die ganze Welt entwickelt sich und ich will irgendwo meinen Part tun und deshalb sage ich, „Dein Wille geschehe. Dein Reich komme. Wie im Himmel, so auch hier auf der Erde. Möge ich das erfahren.“ Und wenn wir so Brahman verehren und Brahman dienen, dann erfahren wir die Verschmelzung mit Brahman. Und dann die ganzen Bhakti-Praktiken, wie die Puja, die wir heute Abend machen werden oder wie Mantrasingen, Arati, sich verneigen und so vieles andere, all das hilft, dass unser Herz sich öffnet, das Herz sich weitet und wir Einheit spüren und erfahren.

Vedanta und Jnana Yoga im Alltag

Damit will ich jetzt mal die Fragen abschließen, denn natürlich bleibt dann weiter die Hauptfrage, „Wie setze ich das jetzt im Alltag um?“ und dort denkt öfters an diese Frage, die Rama den Hanuman gestellt hat, „Wer bist du?“ und Hanuman hat gesagt, „Auf der physischen Ebene bin ich Dein Diener. Auf der geistigen Ebene bin ich Teil von Dir. Und auf der höchsten Ebene bin ich Du.“ oder eins, kann man auch sagen. Und so bleiben auch und gerade für den Jnana Yogi alle Yogawege weiter wichtig. Nicht, dass ihr jetzt denkt, „Von heute an keine Asanas und Pranayama mehr, keine Mantras mehr, kein uneigennütziger Dienst mehr und Yogastunden unterrichte ich auch nicht mehr. Und ich lege mich auf eine Parkbank und sage, Ahambrahmasmi.“
Vielleicht noch eine Geschichte, die Swami Vishnu-devananda an der Stelle gerne erzählt hat. Das war die Geschichte von einem Aspiranten. Der war bei einem Lehrer und hat gehört, „Alles ist Brahman, alles ist Bewusstsein, es gibt nur eine Welt, die ganze Welt gehört nur dem kosmischen Bewusstsein und du bist Brahman. Damit gehört die ganze Welt dir.“ Der ist dann in ein Restaurant gegangen und hat sich ein fünf Gänge Menü in einem fünf Sterne Hotel bestellt und anschließend ging es dann ans Bezahlen und dann hat er dem Wirt gesagt, „Alles ist Brahman. Es gibt nur eine kosmische Wirklichkeit. Und das ganze Universum mit all seinen Teilen, einschließlich diesem Restaurant, gehört dem unsterblichen Brahman. Daher, mir gehört das Restaurant genauso wie jedem anderen auch und deshalb brauche ich auch nichts zu bezahlen.“ Und da die Geschichte noch etwas altertümlich sein soll, geht dann die Geschichte weiter. Dann nahm der Wirt einen Stock und schlug diesen Aspiranten grün und blau. Der Aspirant kehrt zurück zum Lehrer. Humpelnd und schmerzerfüllt, geht er zum Lehrer und sagt, „Meister, deine Philosophie hat nicht geklappt.“ Der Meister lässt sich die Geschichte erzählen und lacht und sagt, „Wer hat wen geschlagen? Wenn alles Brahman ist, dann hat Brahman sich selbst geschlagen. Warum kümmert dich das?“ Solange wir uns noch identifizieren mit dem Körper, gilt es, wir müssen uns um den Körper kümmern. Angenommen, wir identifizieren uns nicht mehr mit dem Körper, dann mag es sein, dass Karma irgendwo abläuft. Wer sich an die Bhumikas erinnert, von den sieben Bhumikas gibt es ja die sechste Bhumika, Padartha Bhavani, wo der Meister sich nicht mehr um seinen Körper kümmert, die Meisterin sich um nichts mehr kümmert, sondern es geschieht von selbst und es wird sich vom Karma um den Körper gekümmert. Er oder sie selbst spürt sich mehr oder weniger beständig im Unendlichen. Im Unterschied zu Asamshakti, wo auch schon Nirvikalpa Samadhi ist und der Meister, die Meisterin Doppelbewusstsein hat, zum einen sich sehr wohl um den Körper kümmern kann und die Pflichten erfüllen kann und dennoch immer wieder die Einheit mit dem Unendlichen erfährt. Oder es gibt eine andere Geschichte von Sankaracharya. Sankaracharya war zwar Swami und Begründer des Dashanami Orderns, er hat eben auch das Mönchstum systematisiert und man kann sagen, eigentlich zehn Hauptorden begründet, die dann in vier Hauptklöstern zusammengefasst wurden, die aber dann doch keine so enge Zusammengehörigkeit haben wie christliche Orden, da ist es sehr viel loser, bis so weit, dass die meisten gar nicht wissen, zu welchem Stammkloster sie eigentlich gehören. Aber Sankara war zwar ein Mönch und die meisten seiner Schüler waren Swamis, aber eben nicht alle. Er hatte auch mal so einen König gehabt und bei dem hat er regelmäßig Unterricht gehalten und hat zu dem König gesagt, „Dein Palast ist unwirklich und deine Elefanten sind unwirklich, dein Harem ist unwirklich, dein Reich ist unwirklich, hinter allem steckt nur Brahman. Höre auf, ständig nach mehr zu streben. Höre auf, Kriege anzuzetteln, um mehr Ruhm zu bekommen. Dein Selbst ist das gleiche Selbst wie das Selbst von allen Königen um dich herum und das gleiche Selbst, wie alle von deinen Untertanen, deshalb höre auf, sie auszupressen mit den Steuern, sondern erkenne, dein Selbst ist eins mit dem Selbst von allen.“ Und dann, den König hat das irgendwann gewurmt. Ursprünglich wollte er ja lernen, aber so geht das halt öfters mit Aspiranten. Erst gehen sie zum Meister und sagen, „Meister, lehre mich.“ und danach ärgern sie sich über das, was der Meister sagt oder argumentieren und schimpfen mit dem Meister. Und der König hatte gedacht, „Jetzt habe ich genug von ihm.“ Und Sankara ist so jeden Morgen durch die gleiche Straße durchgegangen und zum König hin und so hat der König dort einen Elefanten wild gemacht und hat den Elefanten durch die Straße jagen lassen, dass der Sankara zertrampelt wird. Also, war schon nicht so ganz ohne. Gut, und Sankara, der war halt noch jung – ihr erinnert euch, er ist ja mit 32 gestorben, seine Hauptlehrperiode, wo er in die Außenwelt gegangen war, war zwischen 24 und 32, er ist viel gewandert – er war auch in guter physischer Konstitution, er ist also vor dem Elefanten weggerannt und dann auf einen Bauch hochgeklettert. Und dieser Baum war irgendwo, die obersten Wipfel waren direkt vor den Gemächern vom König. Und manche sagen, der König hatte das beabsichtigt, der wollte ihn nicht umbringen. Jedenfalls der König sah ihn dort oben und dann fing er an zu lachen und sagte, „Oh Sankara, du lehrst, dass alles eins ist. Wieso bist du, der du eins bist mit dem Elefanten, vor dem Elefanten weggerannt?“ Dann antwortete Sankara, „Oh König, du hast noch nichts verstanden. Wer ist vor wem weggerannt? Und was ist überhaupt passiert?“ Habt ihr verstanden? Also, in dem Traum ist es so, dass der Sankara weggerannt ist, aber eigentlich ist niemand vor irgendjemandem weggerannt. Aber innerhalb des Traums wird man spielerisch die Regeln des Traums befolgen und das heißt dann auch, wenn einen ein Elefant verfolgt, dann rennt man vor ihm weg und weil Mensch langsamer ist als Elefant, ist es klüger einen Baum hoch zu kraxeln, wenn der Baum hoch und stark genug ist.

Bewusstsein – wo und was ist das?

Frage: „Wo ist mein Bewusstsein?“
Antwort: Mein Bewusstsein, dein Bewusstsein, Bewusstsein ist für uns alle da. Aber die Frage ist natürlich, „Wo ist meine Begrenztheit? Wo ist meine Individualität im Tiefschlaf?“ Und das ist eben das Interessante, im Tiefschlaf gibt es keine Individualität. Und so wird häufig, und das habe ich jetzt während diesem Seminar etwas weniger gemacht, vielleicht deshalb, weil die letzten Jnana Yogis, die hier im Ashram waren, diese Tiefschlafanalogie in epischer Breite gebraucht haben, habe ich das jetzt diesmal weniger gebraucht. Aber die Analogie des Tiefschlafs ist tatsächlich eine Analogie, die auch Sankara in einigen Versen vom Viveka-Chudamani behandelt und wo ihr in beiden Kommentaren, sowohl in diesem Kommentar, wie auch im Kommentar von Raphael dort, viel noch dazu hört. Also, im Tiefschlaf ist die Erfahrung nicht unterschiedlich. Angenommen, Narendra fällt in den Tiefschlaf, er hatte einen wunderbaren Tag. Angenommen, Sharada, sie hatte einen noch wunderbareren Tag. Und angenommen, Klaus-Dieter, der jetzt nicht hier ist, und ich meine jetzt auch keinen Konkreten, ich will jetzt keinen Konkreten nennen, der hat eine ganz schlimme Erfahrung gehabt, er wurde heute entlassen, die Frau hat sich von ihm getrennt und der Vermieter hat ihn rausgeworfen und der Kredit wurde gekündigt und er hat erfahren, dass er Blutkrebs hat. Alles an einem Tag. Jetzt angenommen, all das ist vorgestern passiert und er hatte schon eine schlaflose Nacht, aber heute Nacht schläft er. Frage, wer fühlt sich besser im Tiefschlaf, Sharada oder Hans-Dieter? Im Tiefschlaf fühlen sie sich beide gleich. Nur dann, wenn sie wieder aufwachen ist die Erfahrung schon ziemlich extrem anders. Aber vielleicht träumt dann Hans-Dieter, dass er König von Ägypten ist und alles wunderbar ist. Oder dass er auf einer einsamen Insel ist, wo er alles hat, was er braucht und genauso, wie er gerne sein will. Von niemandem gestört, wunderbare, was weiß ich. Dann ist letztlich die Frage. Und nehmen wir an, Sharada hat stattdessen irgendeinen Albtraum. Jetzt, wer ist insgesamt glücklicher? Hans-Dieter, er hat den schönen Tiefschlaf gehabt, nachdem er eine Nacht nicht schlafen konnte. Er hat einen schönen Traum gehabt und dann kommt er ins normale Wachbewusstsein und fühlt sich ganz elendig. Oder jemand anderes, tolle Wacherfahrung, aber Albtraum. Wessen Leben ist besser? Antwort, Ahambrahmasmi. In Wahrheit bleibt alles Brahman.

Bewusstsein ist unendlich – Brahman kenn keine Grenzen

Frage: „Warum ist Bewusstsein notgedrungen unendlich?“
Antwort: Angenommen, es gäbe etwas Endliches, dann wäre das Endliche wahrnehmbar. Und dann gibt es jemanden, der das Endliche wahrnimmt. Und das, was wahrgenommen wird, ist damit nicht das Bewusstsein. Angenommen, es gäbe eine Grenze des Bewusstseins. Dann müsste es jemanden geben, der die Grenze des Bewusstseins wahrnimmt. Und der, der die Grenze des Bewusstseins wahrnimmt, kann nicht identisch sein mit der Grenze. Daher muss Bewusstsein unendlich sein. Deshalb, aus gutem Grund gibt es in keiner mir bekannten Sprache ein Plural von Bewusstsein.
Jede Nacht kommt das Thema Tiefschlaf, sogar mehrmals. Aber ich bin darauf jetzt nur kurz eingegangen. Ich bin mehr auf Wachen und Träumen eingegangen. Als nächstes, der Tiefschlaf, da gibt es einfach keine Welt. Also, wir schwanken zwischen Wachwelt, ständig neuen Traumwelten und Tiefschlaf, wo es keine Welt gibt. Dann gibt es aber noch den vierten Bewusstseinszustand und das ist Samadhi, wo wir auch keine Welt wahrnehmen, aber dabei voll bewusst sind. Deshalb heißt es, Nirvikalpa Samadhi ist wie Tiefschlaf bei vollem Bewusstsein.

Brahman ist das Ziel der Evolution

Die Richtung und Ziel von Evolution ist, dass Brahman Brahman verwirklicht – Brahman verwirklicht Brahman – aufhört zu träumen oder sich bewusst sein, „Ich bin das unsterbliche Selbst. Selbst wenn ich noch im Traum bin, Brahman bleibt Brahman.“
Immerhin, es hat jetzt acht Tage gedauert, bis diese Frage gekommen ist, obgleich ich sie an mehreren Stellen schon beantwortet hatte. „Warum gibt es diese Welt? Warum hat Brahman die Welt geschaffen?“ Da gibt es jetzt verschiedene Antworten. Die beste Antwort ist, Brahman hat keine Welt geschaffen. Die Welt existiert nicht. Deshalb zu fragen, „Warum hat Brahman die Welt geschaffen?“, ist so ähnlich wie zu fragen, „Warum hat eine Krähe Zähne?“ Warum hat eine Krähe Zähne? Eine Krähe hat keine Zähne. Oder ein anderes Beispiel. Ich weiß nicht, wie man das auf Deutsch korrekt übersetzt. Why does a barren woman have children? Warum hat eine unfruchtbare Frau Kinder? Antwort, unfruchtbare Frau hat keine Kinder. Warum hat Brahman die Welt geschaffen? Es gibt keine Welt. Deshalb zu fragen, „Warum hat Brahman die Welt geschaffen?“ ist genauso sinnvoll wie zu fragen, „Warum hat eine Krähe Zähne?“ Dann gibt es eine andere Antwort und das ist jetzt im Bhakti Yoga Lila. Gott hat irgendwo gedacht, „Wäre doch schön eine Welt zu schaffen.“ Und dann hat Gott die Welt geträumt und das Ganze ist dann ein kosmisches Spiel und wir sind alle Teil in diesem kosmischen Spiel, in diesem kosmischen Traum. Kann man natürlich sagen, was ist das jetzt für ein Verständnis von Brahman? Wenn Brahman sich langweilt, dann ist er nicht Brahman. Brahman kann per Definitionem sich nicht langweilen. Deshalb diese Aussage, Gott spielt, macht  irgendwo keinen Sinn. Eine zweite, genauso gute Antwort wie die erste ist, es ist eine transzendente Frage, auf die es im Relativen keine Antwort gibt. Dann, wenn du verwirklicht bist, weißt du es, kannst es aber nicht in Worten ausdrücken. Und solange du nicht verwirklicht bist, kannst du es auch nicht erfassen. Oder Buddha hat mal so geantwortet, „Solche Fragen sollten nicht gestellt werden und wenn sie gestellt werden, sollte man sie nicht beantworten.“ Patanjali hat dort eine Antwort gegeben, auch wenn sie genauso wenig logisch ist wie die Antwort der Bhaktas. Da wird auch gefragt, „Warum hat sich Purusha mit Prakriti verbunden, um so dieses Universum zu schaffen?“ Dort heißt es, „Der Grund der Vereinigung oder der Verbindung von Prakriti mit Purusha ist, dass Purusha Kenntnis seiner wahren Natur erlangt und die Kräfte erkennt, die in ihm und in der Prakriti stecken.“ Also, man könnte dort sagen, es gab diesen unendlichen Purusha, Satchidananda, Sein, Wissen, Glückseligkeit. Und dann wollte er irgendwo bewusst erkennen, „Wer bin ich?“ und dazu musste er sich erst widerspiegeln in der Prakriti und sich dann verfangen in der Prakriti und dann in diesem ganzen Prozess des Zurückkehrens weiß dann Purusha nachher, wer er ist. Und außerdem wollte er dann auch erfahren, welche Kräfte in ihm und in der Prakriti stecken. Und so sind wir auch hier in diesem Universum, um die Kräfte zu erfahren, die in uns und in der Prakritit drinstecken. Und die Welt ist dann dazu geschaffen, dass sie uns Bhoga und Aparivarga gibt, also Vergnügen und Erfahrungen gibt und auch die Erfahrungen, die nötig sind, dass wir wieder herauskommen. Man könnte sagen, irgendwo das unsterbliche Selbst wollte sich mal spiegeln, aber um zu verhindern, dass es sich in der Spiegelung verliert, hat es veranlasst, dass ihm die Prakritit die Erfahrungen gibt, die ihn auch wieder herausholen. Ähnliche Analogie wie, Indra, der König der Götter wollte sich als Keiler inkarnieren. Er hat aber dann seine Adjutanten gebeten, sie mögen ihn dort wieder rausholen, falls er sich darin verliert. Und er hat sich dann verloren. Erinnert ihr euch noch an die Geschichte? Das ist eine der drastischen Geschichten, die euch in Erinnerung bleiben. Aber ich muss ehrlich zugeben, einen wirklich überzeugenden Grund für diese Welt habe ich noch nicht gefunden. Auch wenn diese Bhakti und Raja Yoga Erklärungen vielleicht irgendwo den Emotionen ein bisschen helfen, so ganz umsonst ist es jetzt nicht. Im Raja Yoga, Patanjali würde sagen, dass wir so einen Schöpfungszyklus durchlaufen, letztlich ist es für irgendwas gut. Das tröstet einen. Und der Bhakta würde sagen, es ist Spiel Gottes und mit Gott können wir gerne spielen und schauen, dass wir mit Gott spielen und das erfreut das Herz des Bhaktas. Die Antworten des Jnana Yogis, die Antworten eins und drei, die befriedigen uns emotionell nicht, was nicht heißt, dass sie deshalb schlechter wären. Nicht immer ist das, was uns emotionell mehr befriedigt, das Bessere.

Meister und Schüler – Guru und Chela

Frage: „Wenn Brahman das Bewusstsein aller Wesen ist, dann gibt es keinen Unterschied zwischen Guru und Chela, zwischen Guru und Schüler. Dann lehren doch letztlich die Meister sich selbst.“ Antwort: Ja, sie wirken durch sich selbst und sie lehren sich selbst, wenn wir jetzt vom Vedanta ausgehen

136. Teil der Niederschrift von Vorträgen und Workshops aus einem Yogalehrer Ausbildungs-Seminar mit Sukadev Bretz bei Yoga Vidya Bad Meinberg. Thema dieses besonderen 9-tägigen Vedanta-Seminars aus dem Jahr 2008 war „Viveka Chudamani, das Kleinod der Unterscheidung, von Sankaracharya“. Erklärungen für die Sanskrit Ausdrücke findest du im Yoga Sanskrit Glossar. Dieser Blog ist nicht geeignet für Yoga Anfänger. Er ist vielmehr gedacht für Menschen, die sich in Yoga Philosophie, insbesondere Jnana Yoga, auskennen und regelmäßig Meditation praktizieren, sich als spirituelle Aspiranten verstehen. Yoga Anfängern wird das Yoga Anfänger-Portal empfohlen. Für fortgeschrittenere Aspiranten und Kenner der Materie gibt es hier Einsichten und Weisheiten der besonderen Art.

Verwirklichte Gurus und Reinkarnation

Frage: „Werden verwirklichte Gurus, Erleuchtete, große Meister, wiedergeboren? Wie ist die Erfahrung von Jivanmuktas?“ Da bin ich eigentlich schon mal darauf eingegangen. Ich merke jetzt irgendwo, ich wiederhole mich, aber das ist auch nichts Falsches. Krishna wiederholt sich in der Bhagavad Gita auch ständig und Arjuna stellt in jedem halben Kapitel die gleiche Frage und da auch Krishna nicht müde ist, die gleiche Frage auch mit der gleichen Antwort zu versehen, dann werde ich als kleiner Yogi das auch machen können. Also, bei den großen Meistern, auf der einen Ebene sind sie eins mit dem Unendlichen geworden und sie inkarnieren sich nicht wieder. Sie existieren nicht mehr als Einzelseele. Auf der anderen Seite hinterlassen die großen Meister eben starke Gedankenformen. Und sie existieren nicht mehr als Ego, aber letztlich Gott wirkt dann durch diese Gestalten der Meister hindurch. Und so kann man zu Swami Sivananda beten und Visionen von ihm haben und geführt werden und Berufungserlebnisse haben und von ihm geführt werden. Aber er ist nicht mehr eine Einzelseele mit egoistischen Wünschen, sondern Sivananda ist irgendwo verschmolzen mit dem Absoluten und daher, wenn man an Sivananda denkt, dann denkt man letztlich an das Absolute. Man könnte es in der Ausdrucksweise von Sheldrake sagen, es wird so wie ein morphisches Feld, durch das dann Gott letztlich hindurchwirkt..

Aufgestiegene Meister

Frage: „Kommen die aufgestiegenen Meister wieder?“ Da m üsstest du die fragen, die von den aufgestiegenen Meistern sprechen. Ich spreche nicht von aufgestiegenen Meistern, die wiederkommen. Also die Frage war, „Wie ist das mit der Reinkarnation, mit dem Karma.“ und eigentlich war es keine Frage, sie hat nur eine Feststellung gemacht und hat so mehr oder weniger… Solange wir uns identifizieren mit einer Einzelseele, dann kann der Körper ruhig sterben, dann gehen wir in die Astralwelt und wir inkarnieren uns wieder und wieder und wieder, bis wir irgendwann erkennen, „Aham Brahmasmi“ und bis dahin inkarnieren wir uns wieder und wieder. Wenn wir aber jetzt die Verwirklichung erreicht haben, dann inkarnieren wir uns ja nicht wieder. Dann ist die Frage, „Wie ist es dann mit den aufgestiegenen Meistern, von denen es heißt, dass sie wieder kommen?“ Da ist meine Antwort, kann ich nichts dazu sagen, müsste sie die fragen, die über aufgestiegene Meister sprechen. Im Yoga spricht man nicht über aufgestiegene Meister, die wiederkommen.

Ist Verwirklichung, Erleuchtung dauerhaft?

Die Frage ist, „Wenn ich die Welle sehe, da kommen immer wieder Wellen nach?“ Es ist ein unendliches Spiel, ja. Das ist so, wie angenommen, wenn wir jetzt ein Beispiel nehmen, du gehst in die Schule und du schaust dir an, Erstklässler. Wie viele Erstklässler gibt es? Zehn Jahre später kommst du wieder hin, eigentlich müssten doch längst die alle das Abitur haben. Und du stellst fest, sind wieder Erstklässler da. Du kommst zehn Jahre später, wieder Erstklässler da. Du kommst zwanzig Jahre später, wieder Erstklässler da. Vielleicht gibt es mal ein paar mehr und ein paar weniger, aber immer wieder kommen Erstklässler nach.
Sitzen bleiben ist nicht unbedingt schlecht. Buddha hat ja gesagt, „Ich bleibe jetzt sitzen, bis ich Nirwana erreicht habe.“ Er hat sich nicht bewegt, „Ich werde mich nicht bewegen, bis ich Nirwana verwirklicht habe.“
Dann gibt es irgendwann die Nacht Brahmas, denn irgendwann hat auch Brahma genug, zu träumen und was dann wir als „Nacht Brahmas“ bezeichnen, ist eigentlich, Brahma wacht mal vorübergehend auf. Das heißt, Brahmas Traum hört auf. Und das ist irgendwo, wenn ich es richtig im Kopf habe, insgesamt 432 Trillionen Jahre träumt Brahma, das ist ein Schöpfungszyklus von Brahma. Und dann kommt der nächste. Aber das ist jetzt, auf der relativen Ebene sieht es so aus, als ob eine Welt geschaffen wird und sich wieder auflöst. Auf einer anderen Ebene wird nie eine Welt geschaffen und sie löst sich deshalb auch nie auf. Es gibt immer nur Brahman.