Swami Vishnu-devananda und seine Schüler

Ich habe ja Swami Vishnu-devananda selbst gekannt und ich habe mit vielen Menschen gesprochen, die dort in den Ashram gekommen sind. Verschiedene Menschen haben verschiedenes gesehen. Die einen haben gesehen: Da ist so ein Inder mit dunkler Hautfarbe, übergewichtig und haben dann gefragt, warum ist ein Yogalehrer übergewichtig? Das war ihre wichtigste Frage. Weiter als bis dahin sind sie gar nicht gekommen. Dann gab es Andere, die haben ihn gesehen als jemanden, der so ein überschäumendes Temperament hatte, dessen Freude ansteckend sein konnte, der aber auch, wenn Schüler nachlässig waren, auch mal schimpfen konnte. Diese Menschen haben dann nur dieses gesehen und fanden das entweder gut oder dachten, wie kann es sein, dass ein Meister auch mal lauter wird. Andere wiederum haben gesehen, dass von Swami Vishnu-devananda ein unglaubliches Prana ausgeht, wenn man in seiner Nähe ist, wenn man sich auf ihn eingestimmt hatte, man brauchte einfach nur vor ihm zu sein. Wenn man dann vor ihm saß – es gibt jetzt keine Prana-Einheit – aber nehmen wir mal an, der Prana-Level, den man subjektiv empfinden kann, ist zwischen null und hundert und man hatte vorher einen Prana-Level von fünf, also ziemlich ausgelaugt. Dann brauchte man sich bloß vor ihn hinzusetzen und ihn anzuschauen und sich zu öffnen, dann war der Prana-Level innerhalb von einer halben Stunde auf 50-60 gestiegen. Es bedurfte aber eines Einstimmens darauf. Aber es funktionierte auch anders. Ich habe es so oft erlebt, wenn er mit dem Taxi irgendwo hingefahren wurde und der Taxifahrer am Anfang grummelnd und schlechter Laune war, hat Swami Vishnu-devananda ein paar Worte mit ihm gesprochen, manchmal auch nicht, aber es war interessant: wenn sie Swami Vishnu-devananda aus dem Taxi rausgelassen haben, hat ihr Gesicht gestrahlt und sie waren irgendwie glücklich. Sogar auch, wenn er gar kein Wort gesprochen hat, hat seine Energie ausgestrahlt. So gab es Menschen, die das Prana von Swami Vishnu-devananda gesehen haben. Er war einfach ein Kraftwerk, dem die Energie nie ausgeht. Ich habe bis heute keinen Menschen getroffen, der annähernd eine solche Energieausstrahlung hatte wie Swami Vishnu-devananda und ich kenne durchaus eine Reihe von großen Yogameistern. Natürlich ist das subjektiv geprägt. Ich hatte mich ja besonders auf Swami Vishnu-devananda eingestimmt. Vermutlich wird es andere Schüler geben, die das genauso von ihrem Meister behaupten. Aber ich behaupte trotzdem, Swami Vishnu-devananda war dieses unglaubliche Pranahaus, das er ausgestrahlt hat und ich möchte sogar sagen, er strahlt es bis heute aus. Wenn man mal wenig Energie hat, braucht man bloß das Foto von Swami Vishnu-devananda anzuschauen. Man kann darum bitten, dass Energie in einen einströmt, dann strömt die Energie auch.

Swami Vishnu war aber auch eine Manifestation von Bhakti und von Hingabe. Aber am wichtigsten war, dass Swami Vishnu-devananda auch Lehrer der Weisheit war. Verkörperung von Glückseligkeit. Auch das konnte man letztendlich sehen, so viel das andere da war, natürlich dass er dieses Temperament hatte. Aber das sind alles Upadis, Hüllen. Diese Hüllen waren letztlich Lehrer der Weisheit. Swami Vishnu-devananda hat an nichts von dem gehaftet. Erstaunlicherweise hat er mit seinen verschiedenen Upadis, wozu auch die Persönlichkeit, das Temperament mit dazu gehören, gespielt. Das war der Ausdruck davon, das war das Gefäß. Im Tiefsten war er Lehrer der Weisheit, Verkörperung höchster Glückseligkeit. Das kann man erfahren, wenn man jenseits der Gedanken, jenseits der Sinne, jenseits der Persönlichkeit durchgeht.

Teil 15 der Niederschrift eines Vortrags im Rahmen eines Yogalehrer Ausbildungs-Seminars mit Sukadev Bretz bei Yoga Vidya Bad Meinberg. Thema dieses 9-tägigen Vedanta-Seminars war “Viveka Chudamani von Sankaracharya”. Erklärungen für die Sanskrit Ausdrücke findest du im Yoga Sanskrit Glossar. Dieser Blog ist nicht geeignet für Yoga Anfänger. Er ist vielmehr gedacht für Menschen, die sich in Yoga Philosophie auskennen und regelmäßig Meditation praktizieren, sich als spirituelle Aspiranten verstehen. Yoga Anfängern wird das Yoga Anfänger-Portal empfohlen.

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