Brahman, das Absolute

adisankaraWas ist Brahman? Was heißt Brahman? Darum soll es in diesem Blog Beitrag gehen.

Brahman ist „das Absolute“. Brahman ist das, was war, was ist und sein wird. Laut Vedanta Philosophie ist Brahman das einzige, was wirklich existiert. Der große Philosoph Shankara hat es mal so beschrieben: Brahma Satyam, Jagan Mithya, Jivo Brahmaiva Napara: Brahman allein ist wirklich. Die Welt wie wir sie erleben, ist unwirklich. Das Selbst, die individuelle Seele ist letztlich eins mit Brahman.

Brahman – was ist das?

Brahman, was ist das? Wie können wir Brahman verstehen? Letztlich muss man sagen: Brahman kann nicht erklärt werden. Über Brahman kann man nicht sprechen. Über Brahman kann man nicht schreiben. Denn: Brahman ist Sein. Brahman ist Bewusstsein. Alles, was man über Brahman sagen kann, hieße sich von Brahman zu entfernen. Nicht umsonst sagte Buddha: Beschränke das Unbeschränkte nicht mit Worten. Deshalb weigerte sich Buddhu, über das Unendliche, über Brahman zu sprechen. Er nannte es vielmehr Nirwana – das was wir uns nicht vorstellen können. Er nannte Brahman Sunyata – das was leer ist von allem Vorstellbaren.

Brahman als Sein, Wissen und Glückseligkeit

Manchmal wird gesagt: Brahman ist Sat-Chid und Ananda. Brahman ist absolutes Sein, Wissen und Glückseligkeit. Heißt das Brahman zu definieren? Ja und nein. Halte im Kopf: Brahman kann nicht definiert werden. Über Brahman kann man nicht nachdenken. Dennoch ist es hilfreich, über Brahman nachzudenken. Brahma ist Sein: Das heißt: Brahman ist. Brahman existiert. Letztlich: Brahman ist das einzige, das existiert. Alles andere ist nur eine scheinbare Manifestation von Brahman. Daher: Brahma Satyam. Brahman existiert. Brahman ist Sein.
Brahman ist Chid, Bewusstsein und Wissen: Brahman ist nicht leblos. Brahman ist Bewusstsein und damit auch die Fähigkeit zur Erkenntnis. Brahman ist Bewusstsein an sich, Wissen an sich. Brahman ist nicht Wissen von etwas. Sondern Brahman ist Wissen an sich, Bewusstsein an sich.

Brahman ist Ananda, Wonne, Freude: Ist Brahman in sich selbst, ist Brahman Freude. Oder anders ausgedrückt: Ruhst du ganz in dir, dann ruhst du in Brahman. Und wenn du ganz in dir ruhst, bist du voller Freude. Daher: Brahman ist Ananda

Du bist Brahman

Wer oder was ist Brahman? Du bist Brahman. Du bist Bewusstsein. Du bist Sein. Du bist Freude. Gehe tief nach innen: Dort erfährst du Brahman. Verbinde dich mit einem anderen Menschen: In dieser Verbindung erfährst du Brahman. Dehne deine Bewusstheit in alle Richtungen aus: Dort erfährst du Brahman. Du bist Brahman – und wenn du dich löst von der Ichbezogenheit, von der kleinen Identifikation, dann erfährst du Brahman.

Die 4 Mahavakyas und Brahman

Es gibt die 4 Mahavakyas, die großen Aussprüche aus den Upanishaden. Alle 4 Mahavakyas gehen letztlich um Brahman:

Tat Twam Asi – du bist das

Die erste der vier Mahavakyas ist: Tat Twam Asi – du bist das. Du bist das, das Unendliche, das Ewige, das Brahman. Du bist nicht beschränkt auf Körper, auf Psyche, auf Emotionen, auf Persönlichkeit. Du bist das – Tat Twam Asi. Du bist Brahman

Aham Brahmasmi – Ich bin dieses Brahman

Die zweite Mahavakya ist: Aham Brahmasmi – Ich bin diese Brahman. Meine wahre Natur ist Brahman.

Prajnanam Brahman – Bewusstsein ist Brahman

Und was ist dieses Brahman, das ich bin? Brahman ist Prajna, Brahman ist Bewusstsein. In deiner Bewusstheit ist Brahman. Bewusstsein ist das, was kein Hirnphysiologie erklären kann, was kein Biologe, kein Evolutionsbiologe erklären kann. Prajnanam Brahman – ich bin Bewusstsein. Brahman ist Bewusstsein. Ich, der ich Brahman bin, bin Bewusstsein.

Ayam Atma Brahman – dieses Selbst ist Brahman

Diese Mahavakya besagt das gleiche wie die zweite Mahavakya: Dieses Selbst, dieser Atman, dieser ist Brahman. Frag wer bin ich, erkenn dein Selbst und sei frei. Das ist die Essenz der Vedanta Philosophie.

Wie erkennst du Brahman?

Wie erkennst du Brahman? Mit anderen Worten: Wie erkennst du dich selbst? Darum geht es ja hier in diesem Vedanta Jnana Yoga Blog. Ich werde jetzt nicht alles in diesem einen Blogbeitrag schreiben. Vielmehr: Studiere diesen Blog – und frag dich immer wieder: WEr bin ich? Indem du fragst: Wer bin ich, erkennst du dich selbst als Brahman. In jeder Freude, in jeder Liebe, in jeder Bewusstseinserweiterung, in jeder Vergegenwärtigung von „Jetzt“, leuchtet Brahman auf.

Brahman und die Frage Wer bin ich?

Hier ein Video zum Thema: wer bin ich? es geht um: Satchidananda Swarupoham – Meine Wahre Natur ist Sein, Wissen und Glückseligkeit. Mit anderen Worten: Ich bin Brahman.

So, hier noch die Fortsetzung des Vortrags von Sukadev – dieser Teil dieses Blogs ist ja eine unbearbeitete Niederschrift von Vorträgen von Sukadev zum Thema Vedanta und Jnana Yoga – und damit auch über Brahman:

Sukadev über Brahman und über Gott

Gut, die Erde ist Staub und es ist gut, sich dort herauszumachen. Aber die Erde ist nicht wirklich Staub, sondern die Erde ist Brahman. Die Erde ist reines Brahman. Und jetzt sagen, „Dein Reich komme“, irgendwo ist es so ein bisschen paradox, aber das machen die Bhaktas halt. Zu behaupten, dass die Erde noch nicht Reich Gottes wäre, wäre komisch. Wenn Gott allgegenwärtig ist, dann ist er auch auf der Erde. Ansonsten ist er nicht allgegenwärtig, dann ist er oben im Himmel. Muss man nur gucken, welches Reich ist größer, das Himmelsreich oder das Erdreich, dann kann man feststellen, wer ist mächtiger, die Menschen oder Gott? Das sind alles Fragen, die keinen allzu großen Sinn machen. „Dein Reich komme“ heißt mehr oder weniger, „Möge ich verwirklichen, dass alles Dein Reich ist.“ Und „Dein Wille geschehe“, ist auch komisch, anzunehmen, irgendwo geschieht Gottes Wille und woanders geschieht er nicht. Dann wäre Gott nicht allmächtig, sondern er wäre irgendwo so einer unter vielen, der irgendwas macht. Und jetzt hoffen wir, dass Gottes Wille ein bisschen besser geschehe, weil er ein bisschen klüger ist als wir. „Dein Wille geschehe“ heißt letztlich, „Lass mich erkennen, dass das und das Dein Wille ist.“

125. Teil der Niederschrift von Vorträgen und Workshops aus einem Yogalehrer Ausbildungs-Seminar mit Sukadev Bretz bei Yoga Vidya Bad Meinberg. Thema dieses besonderen 9-tägigen Vedanta-Seminars aus dem Jahr 2008 war „Viveka Chudamani, das Kleinod der Unterscheidung, von Sankaracharya“. Erklärungen für die Sanskrit Ausdrücke findest du im Yoga Sanskrit Glossar. Dieser Blog ist nicht geeignet für Yoga Anfänger. Er ist vielmehr gedacht für Menschen, die sich in Yoga Philosophie, insbesondere Jnana Yoga, auskennen und regelmäßig Meditation praktizieren, sich als spirituelle Aspiranten verstehen. Yoga Anfängern wird das Yoga Anfänger-Portal empfohlen. Für fortgeschrittenere Aspiranten und Kenner der Materie gibt es hier Einsichten und Weisheiten der besonderen Art.

 

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