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Die Zeit ist subjektiv

Auch die Zeit ist nicht gleich, wie ihr wisst. Es gibt keine gleichmäßig fließende Zeit. Angenommen, ihr wartet eine Stunde am Flughafen und ihr trefft dort euere beste Freundin aus der Jugendzeit. Ihr habt euch lange nicht gesehen und ihr versteht euch weiter besonders gut. Ihr habt jetzt 60 Minuten, um miteinander zu sprechen. Wie lange dauern die 60 Minuten? Sie gehen sehr schnell vorbei. Und angenommen, ihr seid dort am Flughafen und ihr trefft dort jemanden, die Nervensäge von früher, die euch schon damals gelangweilt hat und ihr könnt dem aber nicht entgehen, mindestens meint ihr das. Wie lange dauern diese 60 Minuten? Ewig, subjektiv. Aber es geht auch noch weiter, wer sich mit Einsteinscher Relativitätstheorie mal beschäftigt hat. Ereignisse, die der eine… Nehmen wir an, es gibt zwei Ereignisse, A und B und A ist die Vergangenheit, B ist die Zukunft. Der eine sieht, dass erst A passiert und dann B und ein anderer sieht erst B und dann A. Das gibt es tatsächlich als Gedankenexperiment von Einstein. Irgendwo mehrere gehen in nahe Lichtgeschwindigkeit aneinander vorbei und dann sieht der eine das eine Ereignis zuerst und dann das andere und der andere umgekehrt. Oder es gibt auch die subatomaren Teilchen, die Antimaterie, die verhält sich so, als ob sie in der Zeit rückwärts fließt. Also angenommen, wir würden mal einen Moment lang innehalten und uns mit einem subatomaren Teilchen unterhalten und vielleicht bilden ja die subatomaren Teilchen auch Körper und die könnten vielleicht sogar sprechen und dann könnten die uns erzählen, was als nächstes passiert und wir könnten denen erzählen, was als nächstes bei ihnen passiert. Und dann ist sogar denkbar, die subatomaren Teilchen kommen vom Tod, sind erst sehr groß, schrumpfen immer weiter und irgendwann verschwinden sie im Mutterleib, muss ja nicht nur andersherum gehen. Wenn wir darüber nachdenken, was ist jetzt wirklich?

Vedanta über die Merkmale des Physischen Körpers

„Der grobstoffliche Körper hat die Merkmale von Geburt, Alter und Tod. Verschiedenartige Zustände wie Größe, Kindheit usw.“ – interessante Aufzählung – „ist an Vorschriften bezüglich Kasten und Lebensabschnitte gebunden, vielerlei Krankheiten unterworfen und erfährt Unterschiede in der Behandlung, wie Verehrung, Verachtung und Hochschätzung.“ Also, Körper hat all das. Das gehört irgendwo dazu. Er hat Geburt, irgendwann ist er geboren, irgendwann wächst er, irgendwann wird er älter, irgendwann schrumpft er und irgendwann stirbt er. Manche Körper sind kleiner, manche sind größer, manche sind dicker, manche sind dünner, manche haben dunklere Hautfarbe, manche haben hellere Hautfarbe. Dann gibt es verschiedene Vorschriften bezüglich der Lebensumstände. Wir mögen jetzt glücklicherweise nicht diese Kasten haben, die es früher in Indien gegeben hat, aber je nach dem, in welcher sozialen Schicht ihr seid, kleidet ihr den Körper anders oder je nach dem, ob ihr jetzt gerade einem Bankberuf nachgeht oder eine Yogastunde gebt oder ins Fitnessstudio geht oder hier ins Yoga-Vidya-Zenter geht, die gleichen Menschen werden auch noch ihren Körper irgendwie anders dekorieren. Verschiedene Lebensabschnitte, irgendwie in jedem Lebensabschnitt ist man ein bisschen anders. Der Körper hat verschiedene Krankheiten und mal sagt jemand, „Oh, siehst du toll aus.“ Mal sagt jemand, „Früher hast du mal besser ausgesehen.“ oder sagt vielleicht gar nichts mehr und dann denkt man sich selbst etwas. Oder die Haarfarbe kann mal so sein und mal so sein, je nachdem, zu welchem Friseur man gerade geht. Also, all das sind körperliche Attribute. Und da gilt es, etwas Vairagya oder auch etwas Sama dem gegenüber zu haben, ein bisschen Gleichmut.